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Besuch von Vertreterinnen der Kreisfrauenunion im Krankenhaus Vilsbiburg

Die Situation des Krankenhauses Vilsbiburg war Thema eines Treffens der Kreisvorstandschaft der Frauen-Union Landshut Land. Geführt vom ärztlichen Direktor Chefarzt Dr. med. Rüdiger Hohenbleicher und der Geschäftsführerin Marlis Flieser-Hartl konnten sich die Besucherinnen zunächst über die geplanten Baumaßnahmen im Krankenhaus Vilsbiburg informieren. Dabei wurde deutlich, daß aufgrund der neuen Vergütungsform für Krankenhäuser die Ablaufgestaltung bei der Patientenaufnahme zu verbessern ist, um eine rasche Diagnostik zu erzielen und eine Trennung von stationären und Notfallpatienten zu erreichen. Das Krankenhaus Vilsbiburg erwartet sich von diesen Investitionen des Landkreises eine erhebliche Verbesserung für die aufzunehmenden Patienten und das mit der Aufnahme befaßte Personal.
Im Anschluß an die Besichtigung informierte Chefarzt Dr. Koch über die Entwicklung der gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung. Diese wird derzeit noch von den beiden Chefärzten Dr. Wolf und Dr. Koch im Kollegialsystem geführt. Im Jahr 2003 wird Dr. Koch die Leitung der Abteilung alleine übernehmen, nachdem Dr. Wolf im Wege des Altersteilzeitmodells aus den Diensten des Krankenhauses ausscheiden wird. Dr. Koch legte anhand von Zahlen dar, daß die Abteilung die Geburtenzahlen – entgegen dem in der Bundesrepublik allgemein herrschenden Trend – halten konnte. Die Geburtenzahlen, die in der Vergangenheit die Belegabteilung aufwies, konnten in vollem Umfang von der Hauptabteilung kompensiert werden, so daß sich auch 2002 die Geburtenzahl wieder zwischen 300 und 400 Geburten bewegen wird. Gleichzeitig konnten im gynäkologischen Bereich die Operationszahlen – vor allem im ambulanten Operieren – erheblich gesteigert werden.

In der sich anschließenden Diskussion interessierte die Politikerinnen vor allem die finanzielle Situation der Krankenhäuser sowie die Effekte für das Krankenhaus Vilsbiburg, die durch die Gründung des Landshuter Kommunalunternehmens für medizinische Versorgung entstanden sind. Die Geschäftsführerin des Kommunalunternehmens wies darauf hin, daß aufgrund der gesundheitspolitischen Vorgaben und der strengen Deckelung der Krankenhausbudgets seit 10 Jahren gerade für das Krankenhaus Vilsbiburg sich die Situation finanziell zunehmend zuspitze, da in diesem Krankenhaus eine hervorragende Leistung mit ständig steigenden Fallzahlen erbracht werde, die jedoch aufgrund der gesetzlichen Vorgaben von den Kassen nicht leistungsgerecht vergütet werde. Die Frage aus den Reihen der Politikerinnen, ob für die steigenden Fallzahlen im gynäkologisch-geburtshilflichen Bereich keine adäquate Vergütung bezahlt würde, wurde von der Geschäftsführerin bestätigt. Genau darin liege nach ihrer Meinung die Problematik des Krankenhauses Vilsbiburg, weil Leistungen, die über das gedeckelte Budget hinaus erbracht werden, nur mit einem geringen Anteil der üblichen Fallpauschalen, nämlich ca. 25 %, vergütet würden. Dieser Anteil würde in der Regel nicht einmal die Sachkosten für den jeweiligen Fall decken. Eine Verbesserung ist nach Meinung des Kommunalunternehmens für Vilsbiburg erst dann zu erwarten, wenn unabhängig von festen Budgets die Krankenkassen eine leistungsgerechte Vergütung für jeden behandelten Fall leisten. Nach den derzeit diskutierten gesetzlichen Änderungen könne damit aber frühestens 2007 gerechnet werden.

Hinsichtlich der Synergieeffekte, die sich für die Krankenhäuser des Landkreises durch die Gründung des Kommunalunternehmens erzielen ließen, wies die Geschäftsführerin auf die Zusammenlegung des Einkaufs und des Lagers, die Kooperation der Krankenhauslabore und die gemeinsame Nutzung von teueren medizinischen Geräten und der Apotheke hin.

Durch Maßnahmen der Qualitätssicherung und Verbesserung und Angleichung der Abläufe in den einzelnen Häusern sollen weitere Wirtschaftlichkeitsreserven ausgeschöpft werden. Insgesamt würden die drei Krankenhäuser durch ein intensives internes Benchmarking weiterhin hinsichtlich der Organisation und der Kostenstruktur optimiert, ohne Abstriche bei der Qualität der Patientenversorgung zu machen. Die FU Kreisvorsitzende Anna Wolfsecker bedankte sich bei den beiden Chefärzten Dr. Hohenbleicher und Dr. Koch sowie bei der Geschäftsführerin Marlis Flieser-Hartl für die Führung durch das Krankenhaus und die sehr ausführlichen und interessanten Informationen.