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Familie als Fundament der Gesellschaft

Die verfehlte Familien- und Steuerpolitik der Bundesregierung stellt kinderlose Ehepaare besser als Eltern mit Kinder. FU Bezirksvorsitzende und Landshuter Stadträtin Ingeborg Pongratz zeigte in einem Vortrag viele Möglichkeiten auf, den Familien auf kommunaler Ebene zu helfen und sie zu entlasten. Zu diesem Seminarabend eingeladen hatte die Kreisvorsitzende der Frauen - Union Kreisrätin Renate Zitzelsberger in Zusammenarbeit mit der Hanns-Seidel-Stiftung.

Die Gesellschaft befinde sich im wirtschaftlichen und sozialen Wandel. Die Familie müsse dabei die Urzelle der Gesellschaft bleiben. Als Kreis- und Gemeinderätin kenne sie durch die Mitarbeit in verschiedenen Ausschüssen die Sorgen der Frauen und Familien. Sie ist betroffen wenn Eltern klagen, mit drei Kindern als asozial betitelt zu werden. Die Gestaltungsmöglichkeiten für eine familienfreundliche Kommunalpolitik seien ein sehr umfangreiches Thema, gerade für Frauen im politischen Mandat, waren sich die beiden Kommunalpolitikerinnen einig. In dem Bereich gebe es noch viel zu tun, man könne auch viel erreichen. Die Familie von heute hat sich gewandelt. Die verschiedenen Lebensformen lassen sie oftmals zu einer Patchwork-Familie werden. Dazu komme, dass die Bundesregierung nicht sehr frauen- und familienfreundlich sei, so Ingeborg Pongratz. Deshalb sei gerade eine kommunale Familienpolitik unter Mitwirkung der Bürger sehr wichtig. Sie legte in
   Renate Zitzelsberger bedankt sich bei der
             Referentin Ingeborg Pongratz
ihrem Referat sehr ausführlich dar, was in einer Kommune an Engagement, Hilfe und finanzieller Unterstützung möglich ist. Pongratz forderte dabei mehr Bürgerbeteiligung, wobei ideelle Werte im Vordergrund stehen müssen. Um die Belange der Familien zu stärken bedürfe es einer Kultur der Partnerschaft.
Es gibt in einer Gemeinde viele Möglichkeiten die Familien zu Wort kommen zu lassen. Ein großes Netzwerk könne entstehen. Bürgerausschüsse als Verbindung zwischen dem Rathaus und den Bürgern, Frauennetzwerke, Förderkreise und vieles mehr . In Landshut werde schon seit einigen Jahren ein Frauenplenum für die Sorgen und Nöten der Frauen einberufen.
Die Familie sei das Fundament der Gesellschaft und die Kinder die Zukunft, betonte Ingeborg Pongratz. Die Thematik umfasst die Menschen von der Geburt bis zum Pflegeheim. Die hohe Scheidungsrate und die dadurch oftmals bedingte Berufstätigkeit der Mütter habe auch Auswirkungen auf die Gemeinden. Die Vereinbarung von Familie und Beruf müsse unterstützt werden. So sprachen sich sowohl Stadträtin Pongratz wie auch Kreis- und Gemeinderätin Zitzelsberger für mehr erziehungsergänzende Einrichtungen, Horte an den Grund- und Hauptschulen, Kinderspielplätze und Freizeitangebote für alle Altersgruppen aus.
Neben einer zuverlässigen Kinderbetreuung bedarf es aber auch einer bestmöglichen Lebenssicherung für Senioren um möglichst lange selbständig zu bleiben. Familienpolitik ist auch ein Kümmern um behinderte Menschen ob groß oder klein. Politisch und gesellschaftlich müssten dazu Diskriminierungen und Barrieren abgebaut werden um den Behinderten die Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen. Bewegungseinschränkungen machen einsam und krank. Die Kommunen seien gefordert, jegliche Projekte für Behinderte zu fördern.
Die Familie sei auch Deutschlands größte Pflegestelle - von den 1,1 Millionen Pflegefällen sei in 77 Prozent die Hauptpflegeperson in der Familie. Sozialdienste bieten eine Versorgung bei Gebrechlichkeit und Krankheit an. Die Pflegepersonen müssten stunden- oder tageweise auch Entlastung erhalten um persönliche Erledigungen zu machen oder um neue Kraft zu schöpfen. Renate Zitzelsberger regte eine "Betreuungsbörse" an . Hier könnten sich zum einem Mitbürger melden die gegen eine geringfügige Entschädigung stundenweise eine Betreuung übernehmen würden, und zum anderen Personen die auf diese Entlastung angewiesen seien.
Zusammenfassend ergänzte Ingeborg Pongratz eine aktive Bürgergesellschaft sei gefragt, um neue Wege zu finden oder Altbewährtes weiterzuführen. Ihre Bitte an die Bürger sei, im Engagement nicht nachzulassen. Und die Aufgabe aller Politiker sei es, in jedem Bereich und in jeder Entscheidung zu hinterfragen: Ist es familienfreundlich oder können Familien beteiligt werden, um damit die Städte und Gemeinden weiterhin liebenswert zu gestalten.